Rheinischer Meister 2011!
Montag, den 05. Dezember 2011
Großer Sieg für Vorster Turnerinnen
Erfüllt mit Stolz und breitem Grinsen posiert ein Sextett junger Turnerinnen für das Siegerfoto. In ihrer Mitte steht der Pokal des Rheinischen Meisters, den sie mit großer kämpferischer Leistung errungen haben. Es scheint, dass es ihnen schwerfällt, in Richtung des Fotografen zu blicken – zu groß wiegt noch die Freude nach der Siegerehrung, die sie zur besten Mannschaft des Rheinischen Turnerbunds in den Pflichtstufen gekürt hat. Und einen Pokal wie diesen, für dessen Finale man sich in Vorrundenwettkämpfen zunächst qualifizieren muss, gewinnt man nicht alle Tage.
Bei den 6 jungen Damen handelt es sich um die Vorster Turnerinnen Sophie Busch, Julie Cybart, Lilli Trienekens, Jule Nauen, Hanna Heyer und Jule Wieland. Ihr Stolz ist für alle Zuschauer nachzuvollziehen und wird durch die mitgereisten Familienangehörigen und das Trainerteam in voller Höhe geteilt. Schließlich hat es die Mannschaft vollbracht, erstmalig in über 130 Jahren Vereinsgeschichte diesen Pokal zu gewinnen. Es ist ein historischer Tag für den TV Vorst. Die Freude der sechs Nachwuchstalente lässt jedoch kaum vermuten, wie groß der Wettkampfdruck und die anhaltende Spannung gewesen sind.

In den Wochen vor dem Finale arbeiteten die Athletinnen fleißig an ihren Übungen und mussten es bis zum Schluss erdulden, dass auch die kleinsten Details ihrer Ausführungen korrigiert wurden. Denn wenn man gegen die 8 besten Mannschaften seiner Altersklasse im RTB antritt, kann man auch durch einen einzigen Fehler, so klein er auch sein mag, um den erhofften Sieg gebracht werden. Hier ist besonders die Leistung von Hannah Heyer und Jule Wieland löblich hervorzuheben, die für jeweils ein Gerät eingesetzt wurden. Sie gingen genauso motiviert wie ihre Kameradinnen zu Werke und verbesserten ihre Übungen an allen vier Geräten, um im Fall eines plötzlichen Einsatzes die Chancen auf eine gute Platzierung zu erhalten. Durch diesen Dienst nahmen sie den anderen Turnerinnen den Druck, dass von ihnen am Wettkampftag alles abhängt. Der Erfolg ist das Ergebnis dieser hervorragenden Mannschaftsleistung, an der seit Monaten gearbeitet wurde.
Am Morgen des Wettkampfes hieß es früh aufstehen, da das Finale in Troisdorf bei Köln ausgetragen wurde. Als Mannschaft mit der höchsten Qualifikationspunktzahl durfte das Turn-Team in olympischer Reihenfolge turnen und an seinem besten Gerät, Sprung, beginnen. Dort bewies es auch prompt seine Stärke und baute einen soliden Vorsprung auf die Konkurrenz auf. Julie erhielt hier die Tageshöchstwertung von 15,05 Punkten. Souverän ging es auch am Barren weiter, wo Sophie als Tagesbeste mit nur 0,2 Punkten Abzug eine Traumnote erzielte. Auch Hanna, Julie und Jule erturnten viele Punkte, wobei ein Konkurrent hier insgesamt knapp besser war.
Nach dem Barren galt es, die Motivation aufrecht zu erhalten. Immerhin hatte man zur Halbzeit die meisten Punkte gesammelt – mit Balken und Boden standen die schwierigsten Geräte allerdings noch aus.
Am Balken begann zunächst Lilli, dann Jule. Beide zeigten sich leicht nervös, konnten aber – laut angetrieben durch ihre Mitturnerinnen, einen Sturz vermeiden. Julie und Sophie nutzten ihre Landesfinalerfahrung und turnten sehr sicher, für Traumnoten reichte es aber auch bei ihnen nicht. Diese erhielt jedoch die Konkurrenz, die hier sehr elegant turnte. Für die Vorster Mädchen hieß es also: Voller Einsatz am letzten Gerät!
Hier legten Julie und Lilli wieder vor und erhielten keine größeren Abzüge. Julie steigerte sich und war mit ihrer Wertung unter den Tagesbesten. Sophie bewies als letzte Turnerin erneut Klasse und bekam 15,35 Punkte – erneut die Tagesbestleistung an einem Gerät!  Mit 60,40 Punkten insgesamt war sie somit beste Einzelturnerin des gesamten Wettkampfs.
Erleichtert gingen die sechs jungen Damen in die Pause bis zur Siegerehrung. Die Mannschaftsleistung war hervorragend – aber würde sie zum Gesamtsieg ausreichen? Die direkte Konkurrenz zeigte sich zuletzt schwach am Boden, aber es gab ja noch Vereine in anderen Riegen.

Fest hielten sich die Mädchen an den Händen, als die Platzierungen bekannt gegeben wurden. Bei TSV Norf und TV Ratingen schlugen die Herzen der Kinder und Eltern schneller – war man doch auf ein `T´ am Anfang von `TV´ Vorst vorbereitet. Als der vierte Platz aufgerufen wurde, war ein Platz auf dem Podium sicher. Die verbleibenden drei Vereine begannen allesamt mit `TV´ – nichts für schwache Nerven also. Auf den dritten Platz kam der TV Rodenkirchen, den man in der Riege gesehen hatte und der sich sehr stark zeigte. Die Anspannung stieg erneut – war man denn so viel besser als sie?
Als dann Platz 2 aufgerufen wurde, fielen einige Steine von einigen Herzen. Die Vorster Mädchen standen immer noch in der Reihe und strahlten munter vor sich hin. Als sie aufgerufen wurden, eroberten sie schnellstens die Siegerstufe. Mit nur 0,9 Punkten Vorsprung waren sie heute besser als alle anderen. Voller Stolz hielten sie den Pokal in die Höhe – den Pokal des Rheinischen Meisters, der stellvertretend für die runde Teamleistung und den großen Spaß der Sechsergruppe am Turnen steht.
Euch allen sei herzlich gratuliert und zu wünschen, dass es noch lange so weitergeht!




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