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Rheinische Einzelmeisterschaften im Kunstturnen 2011
Montag, den 17. Oktober 2011

TV Vorst in zwei Altersklassen vertreten

Bei den diesjährigen Rheinischen Einzelmeisterschaften im Kunstturnen, veranstaltet am 16. Oktober in Troisdorf, war der TV Vorst wie im Vorjahr vertreten – dieses Mal mit zwei Turnerinnen. In der AK 8 ging Jule Nauen und in der AK 9 Sophie Busch an den Start. Der Troisdorfer TV hatte im Vorfeld des Wettkampfes hervorragende Arbeit geleistet – nachdem die Schwingbodenfläche drei Wochen vor dem Wettkampftermin unbrauchbar geworden war, organisierte man kurzfristig eine andere Wettkampffläche, sodass der Wettkampf reibungslos durchgeführt werden konnte.

In der AK 8 starteten 27 Turnerinnen. Jules Ziel war es, an allen Geräten die Schwierigkeiten zu erfüllen und sich mit den Wertungen innerhalb des Teilnehmerfelds zu bewegen. In puncto Wertungen gelang dieses Vorhaben – an allen 4 Geräten bewegte sie sich zwischen den anderen Kontrahentinnen. An Sprung und Boden gelangen alle Elemente, am Balken blieb sie sturzfrei. Am Barren schaffte sie die Kippe und das Aufhocken, ging dann aber frühzeitig vom oberen Holm ab, da das Tape an ihrer verletzten Hand inmitten ihrer Übung durchriss.

Mit ihrer noch knappen Kunstturnerfahrung, Jule stieg erst im Sommer ein, sahen einige Passagen noch holprig aus und sorgten nicht für Bestnoten. Die Motivation, diese irgendwann einmal zu bekommen, bekam sie durch die anderen Wettkämpferinnen, von denen einige auf sehr hohem Niveau turnten und als gutes Vorbild dienten. So war Jule auch nicht traurig, als sie bei der Siegerehrung als erstes aufgerufen wurde, obgleich sie an keinem Gerät die schlechteste Turnerin gewesen ist.

In der AK 9 stieg Sophie geschwächt in den Wettkampf ein – der Arzt diagnostizierte nach dem Wettkampftag eine Mittelohrentzündung – und startete daher sehr nervös am Boden. Sichtlich angestrengt kehrte sie von der Bodenfläche zurück und nahm ihre Wertung entgegen, die gut in der Schwierigkeit, aber schwach in der Haltungsnote war. Endlich löste sich Sophies Anspannung ein wenig, als sie zum Sprung wechselte. Dort ließ sich sich von zwei Nullnummern ihrer Riegenmitglieder nicht beeinflussen und sicherte sich mit einem sehr guten Sprung die vierthöchste Wertung ihres Wettkampfes (15,90 von 18.00 Punkten). Mit Ohrenschmerzen ging es auch ans dritte Gerät, dem Stufenbarren. Hier zeigte sie mit einer schöne Felge eine gute Übung am unteren Holm, ließ nach dem Holmwechsel aber Punkte liegen.

Am letzten Gerät, Schwebebalken, holte Sophie wieder die Nervosität ein. Beim Einturnen wollten Schweizer und Bogengang nicht klappen und der Spagatsprung würde auch nicht als Fotovorlage dienen. Mit Rücksicht auf Sophies schwache Form entschied sie mit ihrem Trainer, den Angang wegzulassen, um die folgenden Übungsteile kraftvoll angehen zu können. Diese Entscheidung zahlte sich aus – Bogengang und Sisson konnte sie stehen, am Spagatsprung wird sie aber nacharbeiten müssen. Sophie turnte eigentlich eine gute Übung – hätte es da neben dem Angang den Abgang nicht auch noch gegeben. Denn beim Abgang war sie unkonzentriert und konnte die letzte Drehung nicht vollenden, was leider für einen späten Sturz sorgte. Trotzdem konnte Sophie glücklich sein, ihre erste Übung mit gestandener Rückwärtsakro bei einem Wettkampf geturnt zu haben, denn bisher war der Balken eher ihr Angstgerät.

Am Ende platzierte Sophie sich auf einem guten 14. Rang mit 52,55 Punkten. Mit den Eindrücken der älteren Turnerinnen, die ebenfalls in Sophies Riege turnten, reiste sie hochmotiviert zurück nach Vorst, die Anforderungen der nächsten Altersklasse erreichen zu können.

Dieses Ziel hat sich auch Jule gesetzt, die den Wettkampf der älteren interessiert verfolgte. Beide haben jetzt bis kommenden Frühjahr Zeit, um dieses Ziel zu im Training zu erreichen, da es jetzt in die Winterpause gehen wird.